Gemeinsam. Stärker.

Das Rosenheimer Modell zur Berechnung des Unterhalts nach der Trennung.

FAQs.

Wie wird der Barunterhalt für mehrere Kinder berechnet?

Grundsätzlich in gleicher Weise wie für ein Kind. Allerdings muss im Feld des Zahlbetrags die Summe aller Einzelbeträge für alle Kinder eingegeben werden.

Wie wird der Barunterhalt für mehrere Kinder berechnet, wenn ein Kind hauptsächlich bei jeweils einem Elternteil lebt? 

Für diese Fälle empfiehlt es sich, getrennte Berechnungen für jedes Kind durchzuführen und die Zahlbeträge zwischen den Eltern auszugleichen.

Wir betreuen unser Kind im monatlichen Wechsel. Wie können wir die Betreuungszeiten im Betreuungsplan eintragen?

Betreuungsverteilungen, die sich nicht im zweiwöchigen Rhythmus abbilden lassen, können derzeit noch nicht im Rosenheimer Modell erfasst werden. Weitere Eingabemasken, die auch monatliche oder beispielsweise halbjährliche Wechsel abbilden können, sind mittelfristig in Planung. Es ist jedoch jetzt schon möglich, einen eigenen Wert unabhängig vom Betreuungsplan bei den Betreuungsquoten einzugeben. Damit lassen sich auch Betreuungsmodelle, die vom 14-tägigen Rhythmus abweichen, abbilden.

Ich kann mein Kind gar nicht mehr betreuen, weil in der Zwischenzeit der Kontakt zu ihm weitgehend abgerissen ist. Wie werden Fälle von Entfremdung und Bindungsabriss (PAS) behandelt?

Das Rosenheimer Modell hat wirkungsvolle Mechanismen, dass es nach einer Trennung nicht zu einem Bindungsabriss kommen sollte. Es kann jedoch nur sehr begrenzt, die aus dem Prinzip „einer betreut, einer bezahlt” resultierenden Schäden der Vergangenheit rückgängig machen. 

Im Rosenheimer Modell soll der erkennbare Wille zur Betreuung belohnt werden und nicht ein unverschuldetes Unvermögen, nicht betreuen zu können, bestraft werden. Wer dem anderen Elternteil das Kind entfremdet, schadet erkennbar dem Kind und dem anderen Elternteil. Der ausgrenzende Elternteil verliert im Rosenheimer Modell mindestens das Anrecht auf Mehrbetreuungsausgleich. Auch wäre es notwendig, dass Familiengerichte in diesen Fällen das schädliche Verhalten eines Elternteils konsequent sanktionieren und dafür sorgen, dass der Kontakt zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil wieder aufgebaut werden kann. Übergangsfristen bei der Betreuung sind hier notwendig.

Ich bin nicht in der Lage, eine angemessene Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Wie werden wirtschaftlich schlecht gestellte Elternteile behandelt?

Grundsätzlich ist es die Pflicht jedes Elternteils und jedes Bürgers, wirtschaftlich „auf eigenen Beinen zu stehen”. Ist es einem Elternteil jedoch nicht möglich, sein eigenes Leben finanziell zu meistern, kommt dieser Elternteil auch seiner finanziellen Versorgungspflicht seines eigenen Kindes nicht nach. Für solche Fälle ist in erster Linie die staatliche Unterstützung in der Pflicht, für diesen Elternteil zu sorgen. Denn es sind im Generationenvertrag auch alle Bürger des Staates, die durch die späteren Rentenzahlungen dieses Kindes profitieren werden. Der andere Elternteil hingegen darf nicht doppelt belastet werden. 

Im Rosenheimer Modell sind effektive Anreize gesetzt, so dass beide Eltern betreuen wollen. Damit haben auch beide Eltern gute Möglichkeiten, erwerbstätig sein zu können. Allerdings kann das Rosenheimer Modell nur begrenzt Altlasten aus früheren Jahren abfangen. Wenn im Residenzmodell Elternteile über viele Jahre zu wenig oder gar nicht berufstätig gewesen sind, dann ist auch ein späterer Wiedereinstieg schwierig. In diesen Fällen muss es Übergangsfristen bei der Erwerbstätigkeit geben.

Im Niedriglohnsegement ist es für viele Bürger schwierig, selbst bei Vollzeit-Beschäftigung, finanziell über die Runden zu kommen. Damit ist die wirtschaftliche Versorgung der Kinder in diesen Familien immer prekär. Wo insgesamt zu wenig Geld zur Verfügung steht, lässt sich auch nichts umverteilen. Im Rosenheimer Modell sind beide Eltern dazu angehalten, betreuen zu wollen. Bei einer entsprechenden Betreuungsleistung ist zumindest sicher gestellt, dass der Barunterhalt jedes Elternteils im erträglichen Rahmen anfällt, und die Versorgung des Kindes auf beide Schultern verteilt ist. Hier ist der Staat aufgerufen, diesen engagierten aber wirtschaftlich schlecht gestellten Eltern das „Elternsein” auch finanziell möglich zu machen. 

Wird bei der Berechnung des Mehrbetreuungsaufwands / Erwerbsausfalls das Alter der Kinder berücksichtigt?

Ältere Kinder benötigen deutlich weniger aktive Betreuung als beispielsweise Säuglinge. Das Alter der Kinder wird deshalb auch bei der Ermittlung des Ausgleichs der Mehrbetreuung berücksichtigt. Im Rosenheimer Modell wird pro Lebensjahr des jüngsten Kindes 1/18 der Betrag, den der mehrbetreuende Elternteil bekommen würde, gekürzt. Für die Betreuung eines Säuglings erhält der mehrbetreuende Elternteil also 100% des Betrags, bei einem 18-jährigen Kind gibt es kein Geld mehr für Mehrbetreuung.

Werden bei der Ermittlung des Mehrbetreuungsaufwands auch staatliche Zahlungen wie etwa das Elterngeld berücksichtigt?

Derzeit wird das Elterngeld wie alle anderen staatlichen Unterstützungen auch (z.B. das Kindergeld) in einem Betrag zusammengefasst. Damit bekommt auch der weniger betreuende Elternteil einen Teil dieser Gelder entsprechend seiner Betreuungsquote. 

Der andere Elternteil ist weggezogen. Wie werden die Mehrkosten durch die notwendigen Wegstrecken zwischen den Haushalten berücksichtigt?

Zieht ein Elternteil aus dem bisherigen sozialen Umfeld des Kindes, so wird damit die Möglichkeit der Betreuung des gemeinsamen Kindes in zwei Haushalten deutlich erschwert. Der wegziehende Elternteil als der Verursacher dieser neuen Situation steht damit grundsätzlich in der Pflicht, die dadurch entstandenen zusätzlichen Fahrkosten zwischen den Haushalten zu übernehmen. Diese Kosten werden jedoch nicht vom Budget des Kindes beglichen, sondern alleinig vom weggezogenen Elternteil. 

Grundsätzlich entspricht es dem Kindeswohl, wenn beide Eltern auch nach der Trennung im bisherigen sozialen Umfeld des Kindes wohnen bleiben. Es sollte deshalb, ähnlich wie etwa im kalifornischen Recht, grundsätzlich keinem Elternteil erlaubt sein, weit außerhalb des bisherigen sozialen Umfelds des Kindes wegzuziehen. Bei einem Verstoß müssten wirkungsvolle und schnelle gesetzliche Sanktionen des weggezogenen Elternteils die Betreuung des Kindes auch im Haushalt des verbliebenen Elternteils sicher stellen.

Was ist, wenn ich meinen finanziellen Pflichten nicht nachkommen kann? Wird das Existenzminimum berücksichtigt?

Ähnlich wie bei der derzeitigen Mangelberechnung in der Düsseldorfer Tabelle ist auch im Rosenheimer Modell die Wahrung des Existenzminimums vorgesehen. Entsprechende Regelungen müssen noch eingearbeitet werden.