Gemeinsam. Stärker.

Das Rosenheimer Modell zur Berechnung des Unterhalts nach der Trennung.

Anwendung & Erklärung der Tabelle zur Einzelfallberechnung

Download

Das Rosenheimer Modell steht derzeit als Excel-Datei (Rosenheimer Modell Version 2.1) und als Open-Office-Datei (Rosenheimer Modell Version 1.8) zum Download zur Verfügung. Auch ist die Kurzversion in Version 2.1 und eine PDF Version verfügbar.

Mit dieser Tabelle kann jede Familie ihre persönliche Betreuungsverteilung und ihre finanzielle Situation ermitteln. Die Excel-Datei ist für Excel 2007 (und neuere Versionen) optimiert und führt in älteren Excel-Versionen oder in anderen Office Anwendungen zu Problemen in der Darstellung.

Excel 2007

Kurzversion (Excel 2007)

Open Office

PDF

Version 2.1

Kurzversion 2.1

Version 1.8

Version 2.1


Bearbeitungshinweise und Erklärungen (Version 2.0)

Alle gelben Felder sind Eingabefelder und können ausgewählt werden.


Kinder erfassen

Bild 1: Erfassen der Kinder.

Zunächst werden alle Kinder der Familie erfasst. Bis zu sechs Kinder kann das Rosenheimer Modell derzeit berücksichtigen.


Betreuungsplan & Betreuungsquote

Bild 2: Betreuungsplan zum Ausfüllen und Ermittlung der Betreuungsquote.


Im grünen und dem roten Feld über dem Betreuungsplan können z.B. die Vornamen der Eltern oder auch „Mutter” und „Vater” eingegeben werden. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften können z.B. die rote Farbe für „Mutter A” und die grüne Farbe für „Mutter B” festlegen. 

Im Betreuungsplan können die drei farbigen Felder per KOPIEREN & EINFÜGEN mit der Maus in den beiden Schulwochen-Plänen verändert werden. Es ist auch möglich, die Felder komplett frei zu lassen (durch Löschen der Farbe), wenn z.B. das Kind zu dieser Zeit nicht aktiv betreut wird. Je älter die Kinder werden, desto weniger aktive Betreuung benötigen sie.

Im Beispiel sind die Schulferien (14 Wochen) 98 Tage lang. Dies Zahl variiert je nach Bundesland. Andere Werte können im jeweiligen gelben Feld eingegeben werden.

Bild 3: Betreuungsquoten.

Die Betreuungsquote berücksichtigt einmal alle drei Partner in der Betreuung und einmal ist nur die Quote beider Eltern in Relation angegeben.


Grunddaten der finanziellen Situation beider Eltern 

Bild 4: Eingabefelder zur finanziellen Situation.


Hier wird entsprechend der jeweiligen finanziellen Leistungsfähigkeit der Barunterhalt für jeden Elternteil ermittelt. Dazu wird das theoretische Vollzeit-Nettoeinkommen herangezogen. Wenn nur das Vollzeit-Bruttoeinkommen bekannt ist, lässt sich dieses über den Link „Brutto-Netto-Rechner” in ein Netto-Einkommen umrechnen.

Über den blauen Link „Düsseldorfer Tabelle” gelangt man zur Düsseldorfer Tabelle, wo sich je nach Alter des Kindes und Einkommen des Elternteils der entsprechende Zahlbetrag ablesen lässt.

Bei „Staatliche Zuwendungen pro Monat” trägt jeder Elternteil ein, wie viel staatliche Zuwendung er/sie pro Monat als Summe überwiesen bekommt. Hier werden z.B. Kindergelder, Elterngeld, beamtenrechtliche Zulagen, Riester Familienzuschlag, etc. erfasst.

Fixkosten / Abbuchungen: Viele Kosten der Kinder fallen jeden Monat regelmäßig an. Sie können zwar nur von einem Konto abgebucht werden, sollen aber von beiden Eltern anteilig getragen werden. Es darf für die monatliche Belastung oder Entlastung jedes Haushalts keine Rolle spielen, von welchem Konto diese Beträge bezahlt werden. Deshalb werden sie im Rosenheimer Modell gesondert erfasst und ausgeglichen.

Die Felder A2 und A4 müssen als negative Zahlen eingetragen werden. 


Barunterhalt nach Betreuungsquote

Bild 5: Die anteiligen Barunterhalte beider Eltern zusammen ergeben den Barunterhalt des Kindes.

Je nach Betreuungsquote ergibt sich die Barunterhaltspflicht jedes Elternteils. Beide Barunterhalte zusammen addiert ergeben den Barunterhalt, der dem Kind zur Verfügung steht. 


Budget Kind

Bild 6: Budget Kind/Kinder bestehend aus Barunterhalt der Eltern und staatlichen Zuschüssen

Der Barunterhalt beider Eltern sowie die Summe aller staatlichen Zuschüsse bildet das Budget des Kindes / der Kinder. Das Tortendiagramm zeigt die jeweiligen Anteile beider Eltern sowie der staatlichen Zuschüsse.

Im zweiten Schritt werden von diesem Budget die Fixkosten des Kindes / der Kinder abgezogen.


Verteilung des Budgets des Kindes auf beide Haushalte 

Im nächsten Schritt wird das Budget des Kindes entsprechend des jeweiligen Betreuungsschlüssels auf beide Haushalte verteilt. 

Bild 7: Verteilung des Budgets des Kindes nach Betreuungsschlüssel.


Ermittlung des Ausgleichsbetrags zwischen den beiden Haushalten

Bild 8: Ermittlung des Ausgleichsbetrags zwischen den beiden Haushalten.


Der Ausgleichsbetrag gibt den Zahlbetrag an, den ein Haushalt dem anderen überweisen muss. 

Ausgleich Mehrbetreuung und Erwerbsausfall

Bild 9: Berechnung des Betreuungsmehraufwands / Erwerbsausfalls.


Im nächsten Schritt wird der Mehraufwand in der Betreuung oder ein eventueller Erwerbsausfall berücksichtigt. 

Das Rosenheimer Modell geht stets von einer hälftigen Betreuung jedes Elternteils als Richtschnur aus. Betreut ein Elternteil weniger, so muss er einen Ausgleich an den anderen Elternteil bezahlen. Eine negative Abweichung von der 50%-Marke erzeugt einen entsprechenden Prozentsatz, der für die Berechnung des Mehraufwands oder Betreuungsausfalls herangezogen wird. Betreut ein Elternteil beispielsweise 41%, also 9% weniger als 50%, werden auch 9% seines zu berücksichtigenden Netto-Einkommens für den Betreuungsmehraufwand des anderen Elternteils herangezogen. 

Das zu berücksichtigende Netto-Einkommen ist stets der Anteil seines Netto-Vollzeiteinkommens der sich aus seiner Betreuungsquote ergibt. Betreut ein Elternteil weniger, wird dieses zu berücksichtigende Netto-Einkommen größer. Gleichzeitig steigt durch seine Minderbetreuung auch sein Prozentsatz, der für die Berechnung herangezogen wird. Damit steigt der Betrag für den Betreuungsmehraufwand nicht linear sondern stärker an. Im Rosenheimer Modell gibt es damit einen effektiven Anreiz für beide Elternteile, betreuen zu wollen.

Auch wird das Alter der Kinder berücksichtigt. Kleinere Kinder binden einen Elternteil stärker in der Betreuung als ältere. Damit wird mit zunehmenden Alter der Kinder der angerechnete Erwerbsausfall / Betreuungsmehraufwand kleiner („Abzug vom Betrag Mehrbetreuung”).


Zusammenfassung

Bild 10: Zusammenfassung Budget Kind und Ausgleichszahlungen zwischen den Haushalten.


 


In der Zusammenfassung wird nochmals übersichtlich dargestellt, wieviel Geld für das Kind insgesamt zur Verfügung steht, und wie viel jeder Elternteil konkret an den anderen Haushalt bezahlen muss oder von ihm bekommen wird (blau-grau hinterlegte Felder).

Bild 11: Tatsächliche finanzielle Belastung oder Entlastung jedes Haushalts.

Die tatsächliche monatliche Belastung jedes Haushalts ergibt sich jedoch erst, wenn man die bereits tatsächlich geleisteten Zahlungen für das Kind und die bereits erhaltenen staatlichen Zuschüsse mit berücksichtigt. 


Graphische Auswertung

Die Graphik am Ende der Seite stellt dar, wie sich Zahlbeträge ja nach Betreuungssituation und den eingegebenen konkreten Fixkosten und staatlichen Unterstützungen für beide Haushalte errechnen würden. Auch wird der direkte Vergleich mit der Berechnung im Residenzmodell angezeigt.

Bild 10: Graphische Übersicht der Verteilung der finanziellen Pflicht abhängig vom jeweiligen Betreuungsanteil.